
FAQ: Bonitätsrisiko
Das Bonitätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass der Emittent einer Anleihe seine Zins- oder Rückzahlungsverpflichtungen nicht erfüllen kann. Mehr dazu können Sie an dieser Stelle nachlesen.
Das Bonitätsrisiko beschreibt die Gefahr der Kreditunwürdigkeit des Vertragspartners, während das Ausfallrisiko konkret die Gefahr meint, dass der Schuldner tatsächlich nicht bezahlt, also ausfällt. Hier erfahren Sie mehr.
Das Bonitätsrisiko wird häufig durch Ratings von Agenturen bewertet, die die Kreditwürdigkeit des Emittenten einschätzen. Bei Personen ist z.B. der SCHUFA-Score ein wichtiges Maß.
Inhalt:
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Was versteht man unter Bonitätsrisiko? Eine Definition

Das Bonitätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass ein Kreditnehmer oder Schuldner seine finanziellen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig erfüllen kann. Es umfasst sowohl die Verschlechterung der Kreditwürdigkeit (Bonität) als auch den vollständigen Ausfall des Schuldners, also dass dieser seine Zahlungen nicht mehr leistet:
- So wertet die SCHUFA unbezahlte Schulden als Hinweis auf die finanzielle Unzuverlässigkeit, wenn die Forderungen auch nach der zweiten Mahnung nicht beglichen werden.
- Die eröffnete Privatinsolvenz deutet die SCHUFA als sicheres Zeichen der Zahlungsunfähigkeit. Hier ist das Bonitätsrisiko besonders hoch.
- Die Erteilung der Restschuldbefreiung speichert die SCHUFA für sechs Monate. Danach sinkt das Bonitätsrisiko, sofern der Betroffene keine anderen Negativmerkmale aufweist.
Das Bonitätsrisiko (auch Kreditrisiko genannt) spielt bei der Vergabe von Krediten sowie beim Handel mit Anleihen eine wichtige Rolle: Je höher das Bonitätsrisiko, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Gläubiger oder Anleger ihr Geld nicht zurückbekommen.
Das Bonitätsrisiko ist zum Beispiel in folgenden Situationen relevant:
- Anleihen eines Unternehmens: Ein Investor kauft Anleihen eines Unternehmens. Gerät dieses später in finanzielle Schwierigkeiten und kann seine Schulden nicht zurückzahlen, verliert der Investor sein investiertes Geld.
- Bankkredite an Unternehmen: Eine Bank gewährt einem kleinen Unternehmen einen Kredit. Geht das Unternehmen in Konkurs und kann den Kredit nicht zurückzahlen, erleidet die Bank einen Verlust.
Was ist der Unterschied zwischen Bonitätsrisiko und Ausfallrisiko? Während das Bonitätsrisiko die Gefahr beschreibt, dass sich die Kreditwürdigkeit (Bonität) eines Schuldner verschlechtert, handelt es sich beim Ausfallrisiko um die Gefahr, dass eine Schuldner seiner Zahlungsverpflichtungen gar nicht/nur teilweise erfüllt – also tatsächlich ausfällt.
Was ist das Bonitätsrisiko von Anleihen?

Das Bonitätsrisiko bei Anleihen (Rentenpapieren) beschreibt die Gefahr, dass der Emittent – also ein Unternehmen oder Staat – seine Zins- oder Rückzahlungspflichten dieser Anleihen nicht erfüllen kann.
Je höher das Bonitätsrisiko bei einer Anleihe eingeschätzt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls. Um Anleger für dieses Risiko zu entschädigen, bieten Emittenten mit schlechter Bonität meist höhere Zinsen. Das macht solche Rentenpapiere zwar potenziell renditestärker, aber auch riskanter. Umgekehrt gelten Anleihen mit guter Bonität als sicherer, werfen dafür aber meist geringere Zinsen ab.
Wenn sich die Bonität während der Laufzeit verändert – etwa durch eine Herabstufung des Ratings – kann der Kurs der Anleihe sinken. Das liegt daran, dass das Risiko steigt und Anleger bereit sind, nur noch niedrigere Preise zu zahlen.
Ein wichtiges Maß für das Bonitätsrisiko einer Person ist der SCHUFA-Score. Er gibt an, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Die Bewertung der Bonität zeigt die SCHUFA-Score-Tabelle.
| SCHUFA-Basisscore | Gefahr eines Zahlungsausfalls |
|---|---|
| > 97,5 % | Sehr gering |
| 95 - 97,5 % | Gering bis überschaubar |
| 90 - 95 % | Zufriedenstellend bis erhöht |
| 80 - 90 % | Deutlich erhöht bis hoch |
| 50 - 80 % | Sehr hoch |
| < 50 % | Sehr kritisch |