
FAQ: Folgen von Schulden
Zuerst erhalten Sie eine Mahnung. Manche Gläubiger beantragen ein gerichtliches Mahnverfahren. An dessen Ende steht der Vollstreckungsbescheid, mit dem der Gläubiger z. B. eine Lohnpfändung veranlassen kann.
Sie müssen damit rechnen, dass der Gläubiger einen Vollstreckungstitel erwirkt, um die Schulden per Pfändung einzutreiben. Auch ein negativer SCHUFA-Eintrag ist möglich.
Wenden Sie sich umgehend an eine Schuldnerberatungsstelle. Sie hilft Ihnen beim geordneten Schuldenabbau.
Inhalt:
Mehr im Video: Folgen von Schulden
Weitere Ratgeber zu den Folgen von Schulden:
Verschuldung vs. Überschuldung: Wo liegen die Unterschiede?

Bevor wir uns mit den Folgen von Schulden beschäftigen, müssen wir zunächst einen wichtigen Unterschied erklären. Grundsätzlich sind Schulden offene Verbindlichkeiten – also Rechnungen, Kreditraten etc.
Schulden müssen dabei per se nichts Schlimmes sein. Hat eine Person beispielsweise eine Immobilie gekauft und dafür ein Darlehen aufgenommen, dann hat sie zwar Schulden, das ist allerdings so lange unproblematisch, wie sie die Raten pünktlich abzahlen kann. Die Person gilt dann lediglich als verschuldet.
Erhebliche Konsequenzen drohen jedoch, wenn aus der Ver- eine Überschuldung wird. Davon sprechen wir, wenn eine Person ihren Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen kann – sie also nicht mehr dazu in der Lage ist, offene Rechnungen & Co. zu bezahlen. Dann häuft sich oft schnell ein Schuldenberg an.
Was sind die Folgen der Verschuldung? Es bedeutet einfach, dass Sie dazu verpflichtet sind, die offenen Schulden wie vereinbart zu begleichen. Haben Sie etwa einen Kredit abgeschlossen, müssen Sie die Summe plus Zinsen in monatlichen Raten zurückzahlen.
Folgen von Überschuldung: Mahnungen, Pfändung & Co.

Haben Sie Schulden angehäuft, müssen Sie davon ausgehen, dass der Gläubiger Schritte einleitet, um Sie doch noch zur Zahlung zu bewegen. Zunächst erhalten Sie Zahlungserinnerungen und Mahnungen. Letztere gehen meist mit Mahngebühren einher, welche die Schulden noch erhöhen.
Zu den weiteren Folgen von Schulden gehört es, dass der Gläubiger ein Inkassobüro mit der Eintreibung der Schulden beauftragen oder vor Gericht gegen den Schuldner klagen kann. Eine weitere Möglichkeit besteht für ihn darin, ein gerichtliches Mahnverfahren durchführen zu lassen.
Ist er damit erfolgreich, erhält er einen Vollstreckungsbescheid. Dieser ermöglicht es ihm, die Durchführung einer Zwangsvollstreckungsmaßnahme zu beantragen. Dazu gehören unter anderem die folgenden:
- Kontopfändung
- Lohn- bzw. Gehaltspfändung
- Sachpfändung
- Abnahme der Vermögensauskunft
- Zwangsversteigerung von Immobilien
Weitere Folgen von Überschuldung werden durch einen negativen SCHUFA-Eintrag ausgelöst. Wird Ihre Kreditwürdigkeit schlecht eingestuft, erhalten Sie keinen neuen Mobilfunkvertrag, können keinen Kredit abschließen oder finden keine neue Wohnung. Zahlen Sie Ihre Schulden nicht, fallen zusätzlich Verzugszinsen an, welche die offene Summe noch erhöhen – der Schuldenberg wächst weiter.
Zusätzlich müssen Sie damit rechnen, dass Verträge, für die Sie nicht mehr zahlen, gekündigt werden. Haben Sie Mietschulden, droht die Zwangsräumung der Wohnung. Bei Energieschulden können die Strom- oder Gasversorgung gestoppt werden.
Es gibt demgegenüber jedoch auch positive Folgen von Schulden. Nehmen Sie beispielsweise einen Kredit auf, um damit eine Immobilie zu finanzieren, so sind Sie zunächst über einen gewissen Zeitraum verschuldet. Vermieten Sie jedoch die Immobilie, sorgen Sie dafür, dass Sie zusätzliche monatliche Einnahmen haben, außerdem kann das Haus oder die Wohnung an sich etwa der Altersvorsorge dienen.
Video: Was Sie bei Überschuldung tun können

Bei hohen Schulden: Folgen durch die psychische Belastung sind nicht zu vernachlässigen

Die Folgen von Überschuldung sind nicht nur wirtschaftlicher Art. Sie wirken sich also nicht nur auf die finanzielle Situation des Schuldners aus. Nicht minder schwer ist der Einfluss der Situation auf die psychische Gesundheit des Betroffenen.
Viele Betroffene fühlen sich angesichts der scheinbar ausweglosen Lage wie erstarrt. Sie verlieren den Antrieb, etwas zu unternehmen und unterlassen es beispielsweise, ihre Post zu öffnen. Die Folgen von Schulden können schwerwiegende psychische Probleme bis hin zu Depressionen sein. Die Belastung kann sich auch in physischen Beschwerden äußern oder zu Alkohol- oder Drogenmissbrauch führen.
Nicht nur der Schuldner ist von den Folgen betroffen, auch (Ehe-)Partner, Kinder, Verwandte und Freunde leiden häufig unter der angespannten Situation. Nicht selten zerbrechen Beziehungen, wenn es zu finanziellen Problemen kommt.
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