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Kreditunwürdigkeit: Folgen & Tipps zur Verbesserung der Bonität

Die Kreditunwürdigkeit hat zur Folge, dass die Betroffenen häufig keine wichtigen Verträge mehr abschließen können.
Die Kreditunwürdigkeit hat zur Folge, dass die Betroffenen häufig keine wichtigen Verträge mehr abschließen können.

FAQ: Kreditunwürdigkeit

Was bedeutet kreditunwürdig?

Als kreditunwürdig gilt, wer nicht fähig oder willens ist, seine Verbindlichkeiten zu erfüllen und Schulden zu bezahlen. Mehr zu den Folgen einer schlechten Bonität lesen Sie in diesem Abschnitt.

Bekomme ich einen Kredit trotz Kreditunwürdigkeit?

Das ist eher unwahrscheinlich. Denn bevor eine Bank ein Verbraucherdarlehen vergibt, muss sie dessen Kreditwürdigkeit prüfen.

Wie wird die Kreditwürdigkeit einer Person geprüft?

Banken verlangen oft Auskunft zum bestehenden Arbeitsverhältnis und -einkommen und erkundigen sich bei einer Auskunftei – meistens bei der SCHUFA – über die Bonität des Kunden.

Ratgeber zu den Themen Bonität, Kreditwürdigkeit und SCHUFA:

Kreditunwürdigkeit und ihre Folgen

Kreditunwürdigkeit bedeutet laut Definition, dass die betroffene Person ihren Zahlungspflichten wahrscheinlich nicht nachkommen wird.
Kreditunwürdigkeit bedeutet laut Definition, dass die betroffene Person ihren Zahlungspflichten wahrscheinlich nicht nachkommen wird.

Der Name sagt es schon: Kreditunwürdigkeit bedeutet, dass eine Person eines Kredits nicht würdig ist, weil sie entweder unzuverlässig ist oder aufgrund ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Situation nicht in der Lage, ihren finanziellen Pflichten nachzukommen. Es gilt als eher unwahrscheinlich, dass diese Person ihre Schulden bezahlen wird. Wirtschaftsauskunfteien wie die SCHUFA sprechen in diesem Fall von einer schlechten bzw. negativen Bonität.

Wer als kreditunwürdig eingestuft wird, kann oft nur eingeschränkt am wirtschaftlichen Leben teilnehmen, weil Dienstleister, Händler, Vermieter etc. eher keinen Vertrag mit ihnen schließen werden. Die betroffenen Personen erhalten infolgedessen keine neue Mietwohnung, keinen Mobilfunkvertrag und auch keinen Kredit.

Die Kreditunwürdigkeit birgt für Unternehmen das hohe Risiko eines Verlustgeschäfts und Zahlungsausfalls. Deshalb schließen Vermieter mit kreditunwürdigen Personen keinen Mietvertrag, weil sie Mietschulden befürchten. Mobilfunkanbieter verweigern unter Umständen einen neuen Mobilfunkvertrag, weil sie davon ausgehen, dass der Kunde Handyschulden macht und nicht bezahlt.

Banken vergeben keinen Kredit an kreditunwürdige Verbraucher, um sie vor einer Überschuldung zu schützen. Sie sind laut § 505a Abs. 1 BGB verpflichtet, vor der Kreditvergabe die Bonität zu prüfen und den Darlehensvertrag nur abzuschließen, wenn die Bonitätsprüfung ergibt, dass der Darlehensnehmer seine Kreditschulden höchstwahrscheinlich vereinbarungsgemäß bezahlen wird. Deshalb gibt es gewöhnlich keinen Kredit trotz Kreditunwürdigkeit.

Wie erfolgt die Kreditwürdigkeitsprüfung?

Der SCHUFA-Score ist ein wichtiger Gradmesser für die Kreditwürdigkeit bzw. Kreditunwürdigkeit einer Person.
Der SCHUFA-Score ist ein wichtiger Gradmesser für die Kreditwürdigkeit bzw. Kreditunwürdigkeit einer Person.

Um zu beurteilen, ob eine Person kreditwürdig ist oder nicht, sammeln Banken vor der Kreditvergabe Informationen zur wirtschaftlichen Situation des potentiellen Kreditnehmers. Sie wollen beispielsweise wissen, ob sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat, bei dem die Probezeit schon bestanden ist, und wie hoch das monatliche Arbeitseinkommen ist.

Ergänzend hierzu verlangen Banken eine Bonitätsauskunft von der SCHUFA. Diese Auskunftei speichert zahlreiche Daten zu fast allen Bürgern:

  • Vereinbarungsgemäß abbezahlte Kredite und langjährige Vertragsbeziehungen sprechen für die Kreditwürdigkeit einer Person.
  • Die Abgabe der Vermögensauskunft, eine laufende Privatinsolvenz und abgelehnte Kreditanfragen zum Beispiel weisen eher auf die Kreditunwürdigkeit einer Person hin.

Mithilfe dieser Daten errechnet die Auskunftei den sogenannten SCHUFA-Score. Dieser Wert gibt eine Prognose darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Verbraucher seinen Zahlungspflichten vereinbarungsgemäß nachkommt. Dieser Score-Wert ist ein entscheidendes Kriterium dafür, ob jemand eine neue Wohnung mieten oder ein Darlehen aufnehmen kann.

Raus aus der Kreditunwürdigkeit: Wie Sie Ihre Bonität verbessern

Weil die Auskunftei manchmal auch falsche oder veraltete Daten speichert, sollten Sie eine SCHUFA-Auskunft, die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, anfordern. Darin sind die gespeicherten Informationen und der Basisscore aufgeführt. Lassen Sie den SCHUFA-Eintrag löschen, wenn er auf unrichtigen und veralteten Informationen beruht.

Um die eigene Kreditunwürdigkeit zu überwinden, sollten Sie vor allem Ihr künftiges Zahlungsverhalten unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls verbessern:

Von einem Kredit trotz Kreditunwürdigkeit ist dringend abzuraten. Er würde die finanziellen Schwierigkeiten nur weiter verschärfen.
Von einem Kredit trotz Kreditunwürdigkeit ist dringend abzuraten. Er würde die finanziellen Schwierigkeiten nur weiter verschärfen.
  • Bezahlen Sie Ihre Schulden so schnell wie möglich und vermeiden Sie neue, unnötige Schulden.
  • Machen Sie keine Konsumschulden und lassen Sie die Finger von der „Buy-now-pay-later“-Zahlmethode.
  • Schließen Sie keine neuen Kreditverträge ab, solange sie die alten Darlehen noch nicht abbezahlt haben. Denn das verstärkt nur Ihre Kreditunwürdigkeit.
  • Stellen Sie keine Kreditanfragen – sie verschlechtern die Bonität, insbesondere, wenn sie abgelehnt werden.
  • Bezahlen Sie Ihre Rechnungen pünktlich.
  • Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Gläubiger, wenn Sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten. So lassen sich unter anderem gerichtliche Mahn- und Vollstreckungsbescheide vermeiden.

Die Kreditunwürdigkeit ist ein Indiz dafür, dass Sie sich in einer schwierigen finanziellen Situation befinden. Führen Sie ein Haushaltsbuch, um einen Überblick über alle Einnahmen und Ausgaben zu bekommen. Listen Sie alle Schulden nach Fälligkeit und Priorität auf und lassen Sie sich unterstützen von einer Schuldnerberatungsstelle.

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Über den Autor

Mathias Voigt (Rechtsanwalt)
Mathias Voigt

2013 erhielt Rechtsanwalt Mathias Voigt seine Zulassung. Er absolvierte zuvor ein Jura-Studium in Rostock sowie ein Referendariat in Nordrhein-Westfalen. Mit seiner jahrelangen Erfahrung informiert er für schuldenanalyse-kostenlos.de Verbraucher über Insolvenzverfahren und Co.