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Kontosperrung – Wann wird das Geld eingefroren?

Wird das Konto gesperrt, kann der Betroffenen keine Zahlungen mehr vornehmen.
Wird das Konto gesperrt, kann der Betroffenen keine Zahlungen mehr vornehmen.

FAQ: Kontosperrung

Was passiert bei einer Kontosperrung?

Bei einer Kontosperrung wird der Zugriff auf das Konto vollständig oder teilweise blockiert. Ein- und Auszahlungen sind beispielsweise nicht mehr möglich. Wer das Konto sperren kann, erklären wir in diesem Abschnitt.

Welche Gründe gibt es für eine Kontosperrung?

Eine Kontosperrung kann eine Folge von Schulden sein oder auf einer unberechtigten Kontoüberziehung beruhen. Weitere Gründe finden Sie hier.

Wie lange darf ein Konto gesperrt werden?

Die Dauer der Sperrung richtet sich nach dem jeweiligen Grund und endet in der Regel, sobald dieser behoben ist. Was Betroffene bei einer Kontosperrung tun können, veranschaulicht diese Checkliste.

Was ist eine Kontosperrung?

Wann kann die Bank mein Konto sperren?
Wann kann die Bank mein Konto sperren?

Eine Kontosperrung schränkt Betroffene erheblich ein, wenn es darum geht, das eigene Geld zu verwalten. Ihnen wird nämlich der Zugang zu ihrem Geldvermögen auf dem Konto verweigert. Dabei wird Ihnen beispielsweise die Möglichkeit, Geld abzuheben, Überweisungen zu machen oder Lastschriften einzulösen, entnommen.

Wer kann das Konto sperren lassen? Banken bzw. Dritte (Behörden oder Gläubiger) können die Kontosperrung veranlassen. Aber auch der Inhaber selbst kann sein Konto sperren lassen.

Ist eine Kontosperrung ohne Ankündigung möglich?

Laut Gesetz besteht keine Verpflichtung, dass Kontoinhaber über die Sperrung informiert werden müssen. In der Regel wird dem Inhaber jedoch vorzeitig mitgeteilt, dass die Kontosperrung droht.

In einigen Fällen ist es also durchaus möglich, dass die Sperrung ohne Ankündigung eintritt. Besteht beispielsweise ein Verdacht auf Betrug oder Geldwäsche, kann die Bank das Konto umgehend sperren.

Wie lange dauert eine Kontosperrung?

Hat eine Person den Dispo überzogen, wird das Konto gesperrt.
Hat eine Person den Dispo überzogen, wird das Konto gesperrt.

Wenn ein Konto gesperrt wird, kann dies dauerhaft oder vorübergehend sein. Entscheidend ist dabei der Grund der Sperrung.

Eine Kontosperrung durch die Bank aufgrund fehlender Unterlagen besteht beispielsweise nur so lange, bis der Inhaber die Dokumente nachreicht.

Macht ein Kontoinhaber wissentlich falsche Angaben bei der Eröffnung des Kontos, wird dieses gesperrt und ggf. sogar aufgelöst. In diesem Fall ist die Sperrung dauerhaft.

Wann wird das Konto gesperrt?

Wird ein Konto gesperrt, liegt immer ein konkreter Grund vor, der sich nach dem Antragsteller der Sperrung – etwa einer Behörde oder einem Gläubiger – richtet.

Folgende Punkte veranschaulichen die Gründe für die Sperrung des Kontos durch die Bank, durch einen Gläubiger und durch den Inhaber selbst.

Kontosperrung durch die Bank

Eine Sperrung des Kontos durch die Bank kann unterschiedliche Ursachen haben. Sie kann entscheiden, das Konto vorläufig oder dauerhaft unzugänglich zu machen. Die häufigsten Gründe sind:

Im Ausnahmefall wird trotz P-Konto das Geld gesperrt – z. B. wenn eine Person mehrere P-Konten besitzt.
Im Ausnahmefall wird trotz P-Konto das Geld gesperrt – z. B. wenn eine Person mehrere P-Konten besitzt.
  • Eine Kontosperrung wegen Betrugsverdacht: Dieser Verdacht liegt beispielsweise vor, wenn ungewöhnliche Transaktionen vorgenommen werden oder der PIN mehrmals falsch eingegeben wurde.
  • Ein Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen: Einem Kontoinhaber, der gegen die AGB der Bank verstößt und dadurch die Nutzung des Kontos missbraucht, droht eine Kontosperrung.
  • Fehlende Unterlagen zur Identitätsprüfung: Fehlen der Bank die notwendigen Unterlagen eines Kunden, kann sie das Konto so lange sperren, bis dieser die fehlenden Dokumente nachliefert.
  • Eine Überziehung des Kontos: Besitzen Kontoinhaber einen Dispokredit und überschreiten dessen Überziehungsrahmen, sperrt die Bank das Konto.
  • Die Nichtzahlung der Kreditraten: Personen, die einen Kredit bei ihrer Bank zurückzahlen und den Zahlungen nicht nachkommen, droht ebenfalls eine Kontosperrung.

Was passiert bei einer Kontosperrung im Todesfall?

Die Kontosperrung nach dem Tod des Inhabers erfolgt in der Regel automatisch, sobald die Bank vom Tod des Kunden erfährt. Daraufhin wandelt sie das Konto in ein Nachlasskonto um.

Kontosperrung durch den Gläubiger oder Dritte

Auch Gläubiger können das Konto einer Person sperren lassen. In der Regel tritt dieser Fall ein, wenn es zur Kontopfändung durch den Gläubiger kommt.

Die Kontosperrung wegen einer Pfändung wird durch den Gläubiger veranlasst.
Die Kontosperrung wegen einer Pfändung wird durch den Gläubiger veranlasst.

Bereits bei einer Vorpfändung beträgt die Dauer bis zur Kontosperrung oft nur wenige Tage. Dies soll Schuldner davon abhalten, die Forderungen des Gläubigers zu umgehen.

Damit Gläubiger eine Sperrung jedoch durchsetzen können, benötigen sie einen Vollstreckungstitel des Gerichts bzw. den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss. Der Schuldner wird dabei über die Pfändung informiert, bevor das Konto gesperrt wird.

Damit weiterhin Zugriff auf ihr Guthaben besteht, können Schuldner ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto – kurz P-Kontoumwandeln.

Wann darf ein P-Konto gesperrt werden?

Schuldner, die sich ein P-Konto einrichten lassen, schützen damit bei der Pfändung den pfändungsfreien Betrag. Eine Kontosperrung trotz P-Konto ist in der Regel nicht möglich.

Grund dafür ist, dass der Sinn des Kontos ist, den Lebensunterhalt des Schuldners zu sichern. Aber: Eine Person, die mehrere P-Konten besitzt, handelt rechtswidrig. In diesem Fall werden die Konten gesperrt.

Kann das Finanzamt mein Konto sperren? Ja, die Kontosperrung wird vom Finanzamt angeordnet, wenn der Inhaber des Kontos Steuerschulden aufgebaut hat. Das Finanzamt hat dann sogar das Recht, eine Kontopfändung zu veranlassen, ohne dafür einen Vollstreckungstitel des Gerichts zu benötigen.

Kontosperrung durch den Inhaber

Was tun Betroffene am besten bei einer Kontosperrung?
Was tun Betroffene am besten bei einer Kontosperrung?

Nicht nur Banken oder Gläubigern steht es zu, das Konto einer Person zu sperren, sondern auch der Inhaber selbst hat dieses Recht. Eine Person entscheidet sich in der Regel dafür, ein Konto vorübergehend zu sperren, wenn ein Sicherheitsrisiko besteht.

Eine verlorene EC-Karte, Diebstahl oder verlorene Zugangsdaten führen dazu, dass Unbefugte den Zugriff auf das Konto einer Person erlangen. Um das eigene Vermögen zu schützen, können Kontoinhaber sich bei ihrer Bank melden, um das Konto zu sperren, damit den Unbefugten der Zugang verweigert wird.

Das Konto wurde gesperrt – Was können Betroffene tun?

Wurde das Konto einer Person gesperrt, hat sie je nach Grund der Sperrung verschiedene Möglichkeiten, zu handeln. In der Regel ist es empfehlenswert, die zuständige Bank zu kontaktieren.

In manchen Fällen lässt sich der Grund der Sperrung klären und ggf. die Sperrung selbst aufheben. Anbei eine Checkliste, wie Betroffene bei einer Kontosperrung vorgehen können:

  • Kontakt zur Bank aufnehmen
  • Falls erforderlich, fehlende Unterlagen nachreichen
  • Den Grund der Sperrung klären
  • Bei unrechtmäßiger Sperrung können Betroffene Widerspruch einlegen

Kommt es zu einer Kontosperrung bei der Pfändung, kann der Betroffene den Gläubiger kontaktieren oder ein P-Konto eröffnen, um seinen Lebensunterhalt zu sichern.

Über den Autor

Sascha Münch (Rechtsanwalt)
Sascha Münch

Nach dem Studium an der Universität Bremen absolvierte Sascha Münch sein Referendariat am OLG Celle. 2013 erhielt er die Zulassung zum Rechtsanwalt und 2019 wurde er zum Notar bestellt (seit 2021 Notar a. D.). Auf schuldenanalyse-kostenlos.de befasst er sich u. a. mit den Bereichen Pfändung und Privatnsolvenz.

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