RATGEBER

Grundschuld löschen: Ablauf, Gebühren und Muster

Wie kann man eine Grundschuld löschen lassen? Dieser Ratgeber liefert die Antwort.
Wie kann man eine Grundschuld löschen lassen? Dieser Ratgeber liefert die Antwort.

FAQ: Löschung der Grundschuld im Grundbuch

Wer kann eine Grundschuld löschen?

Nur das Grundbuchamt kann eine Löschung der Grundschuld durchführen.

Was kostet die Löschung einer Grundschuld?

Lassen Sie eine Grundschuld löschen, fallen Gebühren an. Wie hoch diese ausfallen, hängt mit den Vorgaben des Gerichts- und Notarkostengesetzes (GNotKG) und der Höhe der Grundschuld ab. Eine Tabelle dazu finden Sie hier.

Sollte man eine Grundschuld aus dem Grundbuch löschen?

Üblicherweise ist es nur bei einem Verkauf der Immobilie sinnvoll, eine bestehende Grundschuld austragen zu lassen. Darüber hinaus kann es notwendig sein, für einen abbezahlten Kredit den Grundschuldeintrag zu löschen, wenn Sie ein neues Darlehen aufnehmen und eine neue Grundschuld bestellen.

Wie kann ich eine Grundschuld aus dem Grundbuch löschen lassen?

Die Löschung einer Grundschuld ohne Notar ist in Deutschland nicht möglich.
Die Löschung einer Grundschuld ohne Notar ist in Deutschland nicht möglich.

Als Sicherheit für ein Darlehen lassen vor allem Banken eine Grundschuld in das Grundbuch einer Immobilie eintragen. Dadurch können diese bei Problemen bei der Rückzahlung verhältnismäßig einfach eine Zwangsversteigerung in die Wege leiten. Wurde das Darlehen vollständig zurückgezahlt, kann der Kreditnehmer beantragen, die Grundschuld löschen zu lassen.

Die zuständige Bank muss dafür eine sogenannte Löschungsbewilligung ausstellen. Hierbei handelt es sich um eine Bescheinigung, die belegt, dass der Kredit vollständig abbezahlt ist und daher eine Löschung der Grundschuld möglich ist. In der Regel sollte Ihnen die kreditgebende Bank die Löschungsbewilligung unaufgefordert zuschicken. Ist dies nicht der Fall, können Sie diese aber meist unkompliziert anfordern. Nachfolgend finden Sie für die Löschungsbewilligung einer Grundschuld ein Muster. Bedenken Sie, dass das Dokument je nach Kreditinstitut durchaus unterschiedlich aussehen kann.

Hier herunterladen!

Löschungsbewilligung

Wir, die Musterbank aus Musterstadt sind Gläubiger des auf dem nachfolgend verzeichneten Objekt

– Adresse: [Anschrift der Immobilie]
– Grundbuch von: [zuständige Gemeinde]
– Blatt: [xxx]
– Eigentümer: [Name des Eigentümers]

in Abteilung III eingetragenen Grundpfandrechts:

– Laufende Nummer: x
– Betrag: xxx.xxxx,xx Euro
– Art des Grundpfandrechts: Buchgrundschuld vollstreckbar

Wie bewilligen hiermit die Löschung dieses Grundpfandrechts.

Ort, Datum

Unterschrift des Gläubigers

[Beglaubigung durch Notar oder Bank]

Die Löschungsbewilligung alleine reicht allerdings nicht aus, um das Grundbuch zu bereinigen. Denn wollen Sie eine Grundschuld löschen, ist dies ohne Notar in der Regel nicht möglich, da das Grundbuchamt einen beglaubigten Löschungsantrag verlangt. Daher stellt der Notar in Ihrem Auftrag beim zuständigen Grundbuchamt einen entsprechenden Antrag auf Löschung der Grundschuld. Ein Muster zur Veranschaulichung dafür finden Sie nachfolgend:

Hier herunterladen!

Löschungsantrag

Ich beantrage als Eigentümer unter Bezugnahme auf die Löschungsbewilligung der Musterbank vom [xx.xx.xxxx] die Löschung der im Grundbuch von [zuständige Gemeinde] des Amtsgerichts [zuständiges Amtsgericht], Blatt [xxx] in Abteilung xxx lfd. Nr. xx eingetragenen Belastung.

Ort, Datum

Unterschrift des Eigentümers

[Beglaubigung durch den Notar]

Grundschuld löschen oder nicht? Vor- und Nachteile

Wann ist es sinnvoll, eine Grundschuld austragen zu lassen?
Wann ist es sinnvoll, eine Grundschuld austragen zu lassen?

Haben Sie das Darlehen, für das die Grundschuld als Sicherheit dient, vollständig abbezahlt, können Sie die Grundschuld löschen lassen. Eine Verpflichtung dazu besteht allerdings nicht. Daher stellt sich so manch ein Immobilienbesitzer die Frage: Warum sollte man eine Grundschuld löschen lassen?

Planen Sie den Verkauf Ihrer Immobilie, ist es in der Regel sinnvoll, die Grundschuld löschen zu lassen. Denn unbelastete Grundstücke lassen sich in der Regel einfacher und zu einem besseren Preis verkaufen. Mitunter ratsam kann es zudem auch sein, eine Grundschuld zu löschen, wenn Sie erben und dadurch Eigentümer der Immobilie werden. Denn dann können Sie frisch starten.

Ist hingegen kein Verkauf oder eine anderweitige Abtretung geplant, können Sie als Eigentümer meist auf eine Löschung verzichten und sich die dafür anfallenden Kosten sparen. So haben Sie die Möglichkeit, die eingetragene Grundschuld für einen neuen Kredit zu nutzen. Denn bei einer Grundschuld und ihrer Löschung tritt keine Verjährung ein.

Wie hoch sind die Kosten für die Löschung einer Grundschuld?

Grundschuld löschen: Welche Kosten fallen dafür an?
Grundschuld löschen: Welche Kosten fallen dafür an?

Die Löschung einer Grundschuld geht mit Kosten einher. Wie hoch diese für Notar und Grundbuchamt grundsätzlich ausfallen, ergibt sich aus dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Wollen Sie eine Grundschuld löschen, müssen Sie Gebühren in Höhe von 0,2 bis 0,4 Prozent der Grundschuldsumme einplanen. Wie viel Sie am Ende konkret bezahlen müssen, wird dabei auch von folgenden Faktoren beeinflusst:

  • Wie hoch war die Grundschuld?
  • Hat der Notar oder die Bank den Entwurf der Löschungsurkunde erstellt?

Der nachfolgenden Tabelle können Sie die Gerichtskosten des Grundbuchamtes und die Notarkosten für die Löschung einer Grundschuld für unterschiedliche Kreditsummen entnehmen. Diese gelten für den Fall, dass der Notar den Entwurf der Urkunde erstellt.

Betrag der Grund­schuldGebühren des Notars *Gebühren des Grund­buch­amtes
100.000 €137 €137 €
200.000 €218 €218 €
300.000 €318 €318 €
400.000 €393 €393 €
500.000 €468 €468 €
600.000 €548 €548 €
700.000 €628 €628 €
800.000 €708 €708 €
900.000 €788 €788 €
1.000.000 €868 €868 €
* zusätzlich fallen 19 % Umsatzsteuer und Auslagen an

Erstellt die Bank den Entwurf für die Urkunde, muss der Notar diese nur noch beglaubigen. Dafür sieht das GNotKG eine Gebühr von maximal 70 Euro (plus Umsatzsteuer und Auslagen) vor.

Beim Immobilienkauf sind die Notar- und Gerichtsgebühren üblicherweise vom Käufer zu zahlen. Kommt es aber zur Löschung einer Grundschuld bei einem Verkauf, sind die Kosten für die Bereinigung des Grundbuchs von Verkäufer zu tragen.

Sind die Kosten für die Löschung einer Grundschuld steuerlich absetzbar?

Wer bei einem privat genutzten Eigenheim aus dem Grundbucheintrag die Grundschuld löschen will, kann die dafür anfallenden Gebühren nicht bei der Steuer geltend machen. Anders sieht es hingegen aus, wenn die Immobilie vermietet ist oder gewerblich genutzt wird. In diesem Fällen lassen sich die Ausgaben für die Grundschuldlöschung im Zuge der Steuererklärung als Geldbeschaffungskosten absetzen.

Über den Autor

Sascha Münch (Rechtsanwalt)
Sascha Münch

Nach dem Studium an der Universität Bremen absolvierte Sascha Münch sein Referendariat am OLG Celle. 2013 erhielt er die Zulassung zum Rechtsanwalt und 2019 wurde er zum Notar bestellt (seit 2021 Notar a. D.). Auf schuldenanalyse-kostenlos.de befasst er sich u. a. mit den Bereichen Pfändung und Privatnsolvenz.

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