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Forderungsausfall: Wie entstehen Forderungsverluste?

Ein Forderungsausfall hat große Bedeutung für die Bilanz eines Unternehmens.
Ein Forderungsausfall hat große Bedeutung für die Bilanz eines Unternehmens.

FAQ: Forderungsausfall

Was versteht man unter einem Forderungsausfall?

Ein Forderungsausfall oder Forderungsverlust tritt ein, wenn ein Schuldner eine Forderung nicht oder nur teilweise begleichen kann. Hier können Sie mehr dazu erfahren.

Was bedeutet Schutz bei einem Forderungsausfall?

Ein Gläubiger kann sich unter Umständen durch eine Versicherung vor dem Ausfall seiner Forderungen schützen. Der entsprechende Betrag wird dann von der Versicherung gezahlt, wenn der Schuldner selbst nicht zahlen kann.

Wann greift die Forderungsausfalldeckung?

Wann die Versicherung einspringt, hängt immer von den individuellen Bedingungen ab. Die Dienstleistung muss bereits erbracht worden sein und der Gläubiger muss über einen Nachweis für den Forderungsausfall verfügen. Es muss sich außerdem um eine uneinbringliche Forderung handeln. Eine zweifelhafte Forderung reicht in der Regel nicht aus. Den Unterschied erklären wir an dieser Stelle.

Was ist ein Forderungsausfall?

Ein Forderungsausfall kann zum Beispiel bei Kaufgeschäften eintreten.
Ein Forderungsausfall kann zum Beispiel bei Kaufgeschäften eintreten.

Wenn ein Schuldner seine Forderungen nicht tilgen kann, kommt es für den Gläubiger in der Regel zu einem Forderungsausfall. Das bedeutet, dass die Rückzahlung der Schulden nicht oder nicht vollständig stattfindet. Grund für einen Forderungsausfall sind in den meisten Fällen entweder Zahlungsunwilligkeit oder Zahlungsunfähigkeit des Schuldners: Entweder kann oder will er die Schulden nicht zurückzahlen. Ein (drohendes) Insolvenzverfahren stellt einen häufigen Grund für eine Zahlungsunfähigkeit dar. Mitunter kommt es auch zur Verjährung der offenen Ansprüche.

Dem Gläubiger bleibt in einem solchen Fall nur der Rechtsweg, also die zwangsweise Durchsetzung seiner Forderungen, beispielsweise durch eine Zwangsvollstreckung. Erst, wenn ein solches Zwangsvollstreckungsverfahren ohne Erfolg abgeschlossen wurde, gilt der Forderungsausfall als eingetreten: Für den Gläubiger gibt es nun keine Möglichkeit mehr, noch an seine Forderung zu gelangen.

Wie wird ein Forderungsausfall verbucht?

Gläubiger, also zum Beispiel Unternehmen oder Banken, müssen einen Forderungsausfall in ihrer Buchhaltung dokumentieren. Dafür müssen sie im Zuge des Jahresabschlusses prüfen, ob es sich um eine zweifelhafte oder eine uneinbringliche Forderung handelt. Während bei einer zweifelhaften Forderung noch eine Chance auf den Erhalt besteht, gilt eine Zahlung bei uneinbringlichen Forderungen als ausgeschlossen. Ausgefallene Forderungen müssen in der Bilanz abgeschrieben beziehungsweise ausgebucht, also aus der Bilanz genommen werden. Ein Forderungsausfall beeinflusst die Umsatzsteuer: Sie muss in diesem Fall berichtigt werden.

Ein Forderungsausfall erfordert eine Umsatzsteuerkorrektur.

Wie kann ich einen Forderungsausfall vermeiden?

Gläubiger können einige Schritte unternehmen, um das Forderungsausfallrisiko zu minimieren:

Wie kann ich einen Forderungsausfall buchen?
Wie kann ich einen Forderungsausfall buchen?
  • Falls es sich um einen Kauf handelt, ist eine zügige Rechnungsstellung ratsam.
  • Auch die angebotenen Zahlungsmethoden sollten überprüft werden: Je nach Situation und Branche bieten sich unterschiedliche Optionen mehr oder weniger an, um einerseits die eigene Liquidität im Auge zu behalten und andererseits den Kunden/Schuldnern Flexibilität anzubieten.
  • Wer einen Überblick über offene Forderungen hat, kann unter anderem einem Ausfall durch Verjährung entgegenwirken.
  • In manchen Fällen bietet sich außerdem eine Versicherung an.

Wie funktioniert eine Forderungsausfallversicherung?

Unternehmen können sich gegen Forderungsausfall versichern. Eine sogenannte Forderungsausfall- oder auch Warenkreditversicherung kann den Gläubiger vor Liquiditätsproblemen schützen. Das tut sie, indem sie Ausfälle, die durch bereits erbrachte Leistungen entstanden sind, kompensiert und ersetzt. Meistens geht das mit der Einführung oder dem Ausbau des Forderungsmanagements einher: Kunden werden vor der Abnahme einer Leistung auf Kreditwürdigkeit und Bonität geprüft, um Ausfälle möglichst zu vermeiden. Eine Versicherung kann also auch dazu führen, dass bestimmte Personen aufgrund ihrer Bonität nicht als Schuldner akzeptiert werden und das Geschäft aufgrund des Risikos für den Gläubiger gar nicht erst zustande kommt.

Über den Autor

Sascha Münch (Rechtsanwalt)
Sascha Münch

Nach dem Studium an der Universität Bremen absolvierte Sascha Münch sein Referendariat am OLG Celle. 2013 erhielt er die Zulassung zum Rechtsanwalt und 2019 wurde er zum Notar bestellt (seit 2021 Notar a. D.). Auf schuldenanalyse-kostenlos.de befasst er sich u. a. mit den Bereichen Pfändung und Privatnsolvenz.

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