
Das Wichtigste zu den Kosten für eine Schuldnerberatung
Bei gewerblichen Anbietern und Anwälten verursacht eine Schuldnerberatung Kosten, die meist pauschal zwischen 500 und 4.000 Euro liegen und stark abhängig von der Anzahl Ihrer Gläubiger und der Komplexität des Falls sind.
Wenn Sie sich an gemeinnützige Träger wie die Caritas, Diakonie oder staatliche Stellen wenden, ist die gesamte Beratung für Sie grundsätzlich vollständig kostenfrei. Diese Einrichtungen werden durch öffentliche Gelder finanziert, sodass Sie keinerlei Honorar zahlen müssen. Allerdings müssen Sie hier meist lange auf einen Termin warten.
Kostenübernahme durch den Staat ist möglich, wenn Sie aufgrund eines geringen Einkommens (Bedürftigkeit) einen Beratungshilfeschein beim zuständigen Amtsgericht erhalten.
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Ohne Gebühren zur Schuldnerberatung: Geht das?

Wer Schulden hat, stellt sich bei der Suche nach Hilfe oft eine paradoxe Frage: „Wie soll ich eine Beratung bezahlen, wenn ich doch gar kein Geld habe?“ Die Sorge, durch professionelle Hilfe in eine noch tiefere Kostenfalle zu tappen, ist groß.
In Deutschland gibt es ein breites Netz an öffentlichen und gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen. Diese Einrichtungen werden vom Staat, den Kommunen oder Wohltätigkeitsorganisationen finanziert, sodass für die Ratsuchenden keine oder nur sehr geringe Gebühren anfallen. Zu den bekanntesten Trägern gehören:
- Wohlfahrtsverbände: Caritas, Diakonie, Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder das Deutsche Rote Kreuz.
- Kommunale Einrichtungen: Sozialämter oder städtische Beratungsstellen.
- Verbraucherzentralen: Diese bieten oft Schuldnerberatung an, verlangen aber teilweise eine geringe Kostenbeteiligung (abhängig vom Bundesland).
Gut zu wissen: Zwar entstehen bei diesen Anbietern für die Schuldnerberatung keine Kosten, allerdings müssen Schuldner mit hohen Wartezeiten rechnen. Wenn also bereits eine Kontopfändung droht, kann es für solche Angebote schon zu spät sein.
Schuldnerberatung bei einem Anwalt: Die Kosten können sich lohnen
Wer nicht warten kann oder möchte, wendet sich oft an eine spezialisierte Anwaltskanzlei oder gewerbliche Schuldnerberater. Hier ist die Beratung grundsätzlich kostenpflichtig. Das kann sich allerdings aus folgenden Gründen für Schuldner lohnen:
- Sofortige Hilfe: Anwälte vergeben Termine meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Bei drohenden Zwangsmaßnahmen ist dieser Zeitfaktor entscheidend.
- Strategische Verhandlung: Ein Anwalt prüft Forderungen oft kritischer auf Rechtmäßigkeit und Verjährung.
- Schutz: Der Anwalt übernimmt die korrekte Kommunikation mit Gläubigern, nimmt Ihnen den psychischen Druck und verhindert Formfehler im Insolvenzantrag.
Was für eine Schuldnerberatung bei einem Rechtsanwalt an Kosten anfallen, hängt vom Umfang der Verschuldung ab. Seriöse Kanzleien geben Ihnen aber vorab einen Überblick, wie teuer eine Betreuung für Sie letztendlich werden kann.
Wichtig: Verfügen Sie über ein geringes Einkommen, besteht die Möglichkeit, einen Beratungshilfeschein beim zuständigen Amtsgericht zu beantragen. Mit diesem können für eine private Schuldnerberatung die Kosten übernommen werden. Sie müssen lediglich eine Eigenbeteiligung in Höhe von 15 Euro bezahlen.
